Dienstag, 17. April 2012

Deutschland Reise: Mit dem Rad auf Fehmarn

Radfahren auf Fehmarn: Schönste Tourenvorschläge und neue Radwege auf der Ostsee-Sonneninsel
Nah am Wasser gebaut – auf der Ostseeinsel Fehmarn hat man es nie weit bis zum Meer. Am besten lässt sich die Insel per Rad entdecken. Passende Tourenvorschläge sind vor Ort erhältlich. Und der Radtourismus wird auf der Insel großgeschrieben: Das Radwegenetz wird ständig verbessert und ausgebaut.

Tourenvorschlag für eine Tagestour auf der Sonneninsel
Perfekter Startpunkt für eine Insel-Rundtour auf zwei Rädern ist Puttgarden im Norden der Insel: Am Fährhafen kann man die großen Pötte bestaunen und eine kräftige Brise Rückenwind tanken. Von hier geht es immer am Presener Deich entlang bis zur eindrucksvollen Steilküste. Auch das Inselinnere hat viel zu bieten, zum Beispiel die Klausdorfer Niederung mit einem alten Hafenlauf. Hier wurden verschiedene Reste von alten Booten und Fischereigeräten gefunden – und er soll sogar als Schlupfwinkel von Piraten gedient haben. Ein Abstecher lohnt auch nach Burgtiefe, dem touristischen Zentrum der Insel im Süden mit der Burgruine Glambek. Diese wurde im 13. Jahrhundert erbaut und im 30-jährigen Krieg zerstört.  Wer mehr über die Geschichte der Inselmetropole Burg erfahren möchte, ist im Peter-Wiepert-Heimatmuseum richtig. Sehr sehenswert ist auch die St. Nikolai-Kirche – die größte Kirche der Insel. Fisch-Liebhaber sollten auf der Tour den Kommunalhafen von Burgstaaken nicht verpassen: Hier erhalten sie täglich fangfrischen Fisch. Hinter dem Hafenbecken stößt man auf den alten Bahndamm der ehemaligen Inselbahn, der heute als Kiesradweg hervorragend „erfahrbar“ ist. Auf dem Rückweg nach Puttgarden lohnt ein Stopp in Bannesdorf, wo Fehmarns kleinste Kirche steht. Die St. Johannis-Kirche ist dem Grundriss des Ratzeburger Doms nachgebaut, im hölzernen Glockenturm befindet sich Schleswig-Holsteins viertälteste Glocke.

Diesen und viele weitere Tourenvorschläge finden Urlaubsgäste der Insel Fehmarn im Inselplan, den sie gegen Vorlage dieses Artikels kostenfrei in einer der beiden Touristinformationen des Tourismus-Service Fehmarn erhalten. Und auch ohne Karte kommen Radfahrer ans Ziel: Auf der Insel sind insgesamt acht Rundtouren von jeweils 20 bis 30 Kilometern Länge ausgewiesen. Darüber hinaus führen die Radfernwege „Ostseeküstenradweg“ und „Mönchsweg“ über die Insel.

Flach, eben und landschaftlich überaus reizvoll: Die Insel Fehmarn ist für Radurlauber ideal. Eine neue Strecke ist bereits im vergangenen Frühjahr eröffnet worden: Zwischen Gahlendorf und Klausdorf wurde die Lücke zum Ostseeküstenradweg geschlossen. „Wir freuen uns sehr, diesen schönen Radweg entlang der Küste im Osten der Sonneninsel Fehmarn für unsere Gäste anzubieten. Neue Bänke laden ein, hier eine Pause einzulegen und die Landschaft auf sich wirken zu lassen“ so Tourismusdirektorin Imke Bolle.

Mehr Informationen über die Sonneninsel Fehmarn, über die Radangebote und Kartenmaterial erhalten Interessierte beim Tourismus-Service Fehmarn unter Telefon 04371 / 506 300

Donnerstag, 22. März 2012

Deutschland Reise: In die Gärten Bayerns

Botanische Zeitreise: Bayerisches Gartennetzwerk zeigt 2012 die bunte Vielfalt verschiedenster Epochen
Initiative wächst auf 20 Anlagen von Schlossparks bis zu kleinen Privat-gärten / Ausführliche Broschüre mit Kontakten, Veranstaltungen sowie Hinweisen zur Landesgartenschau in Bamberg
Das 2011 ins Leben gerufene Bayerische Gartennetzwerk präsentiert sich zum Start in den Frühling 2012 mit neuen Mitgliedern und einer informativen Broschüre, die auf eine botanische Zeitreise führt. Der Einladung, die vielfältigen Garten- und Parkanlagen Bayerns zu entdecken, sind im letzten Jahr so viele Besucher gefolgt, dass die Initiative auf 20 Mitglieder wächst und sein Angebot weiter ausbaut. In den Gärten und Parks zeigt sich eine außergewöhnlichere Vielfalt an Pflanzenarten, sie erzählen aber auch jahrhundertalte Geschichten und regen dazu an, den grünen Oasen im grauen Alltag mehr Raum zu geben und deren Erholungswert optimal zu nutzen. „Mit dem Bayerischen Gartennetzwerk möchten wir deshalb nicht nur die Bekanntheit dieser Refugien und Kleinode weiter erhöhen, sondern auch das Bewusstsein für ihre Schönheit und ihren Wert bei den Bürgerinnen und Bürgern stärken“, erklärt Katja Hessel, Bayerns Staatssekretärin für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie.

Blühende Vielfalt
Das Angebot der Gärten wurde im zweiten Jahr der Initiative erweitert und die Informationen noch detaillierter aufbereitet. Vom barocken Arzneipflanzengarten über historische Kurparks, altehrwürdige Hofgärten, modern angelegte Naturlehrpfade für Kinder bis hin zu einem Meisterwerk asiatischer Landschaftsgärtnerei auf über 5.000 Quadratmetern erhalten die Leser Angaben über Öffnungszeiten, Besonderheiten, Einkaufsmöglichkeiten und gastronomische Einrichtungen. Einige der Gärten bieten zudem nicht nur die verschiedensten Pflanzenarten, sondern auch die Gelegenheit seltene Vogelarten in ihrem Element zu erleben.

Blühende Ausstellung
Ein besonderes Augenmerk sollten alle Gartenfreunde dieses Jahr auch auf Franken legen: Vom 26. April bis zum 7. Oktober 2012 ist Bamberg Gastgeber der Landesgartenschau. Auf dem ehemaligen Industriegelände ERBA, auf dem einst Baumwolle gesponnen wurde, zeigt sich die UNESCO-Stadt von ihrer grünen Seite. Um die Industrievergangenheit thematisch widerzuspiegeln, verweben sich Pflanzen, Wasser, Stoffe und Gewebe zum roten Faden des Gartenfestes. Zum Beispiel der Flor aus 250.000 Tulpen, der sich in anderthalb Monaten wie eine rote Zickzacklinie über die Halbinsel erstrecken wird.

Arzneikräutergarten- Nummer gegen Gartenkummer
Läuse an den Rosen oder Fragen zur besten Saatzeit für den Rasen? Unter der Telefonnummer 0931 9801-147 stehen die Experten der Bayerischen Gartenakademie bei allen Fragen rund um Beet, Rasen und Pflanzen mit Hilfestellungen zur Seite. Der Hinweis zur „Grünen Nummer“ - dem Bayerischen Gartentelefon - findet sich in der Broschüre, die ebenfalls weitere Informationen zu staatlichen Gärten und Parks enthält.

Montag, 21. November 2011

Künstlertage an der Ostsee

23 Künstler aus zehn Ländern wirken in Hotels und Restaurants des Ostseebades
Kreativ in Kühlungsborn: Das Ostseebad liegt vom 1. bis 4. Dezember in den Händen von 23 Künstlern aus zehn Ländern, die das touristische mit einem künstlerischen Angebot verweben. Während der Kunsttage, die vom Kulturverein "Mecklenburg Inspiriert" organisiert werden, präsentieren sie die Ergebnisse ihrer zuvor vor Ort geleisteten Arbeit, die von Malerei, Fotografie und Installation über Tanz, Musik und Performance bis hin zu Video und Film reicht. In der so genannten Kreativsaison, die am 1. November begann und bis zum 15. Dezember andauert, wirken die Kunstschaffenden in Hotels, Gutshäusern, Restaurants, Cafés, Museen und Galerien im Ostseebad und dessen Umgebung gemeinsam mit mecklenburgischen Kollegen und inspirieren sich dabei gegenseitig. Urlaubsgäste haben unterdessen die Gelegenheit, die Entstehung von Kunstwerken mitzuerleben und eng mit den Künstlern in Kontakt zu kommen, die in den Hotels und Gästehäusern nicht nur arbeiten und ausstellen, sondern dort auch wohnen.

Auch während der Kunsttage vom 1. bis zum 4. Dezember sind Interessierte eingeladen, sich bei Workshops, Vorträgen, offenen Musik- und Theaterproben mit den entstandenen Werken auseinanderzusetzen. An jedem der vier Kunsttage sind Ausstellungen und Aufführungen zu erleben. Eröffnet werden die Kunsttage am 1. Dezember um 18.30 Uhr im Restaurant Vielmeer im Kühlungsborner Yachthafen. Tags darauf gibt die Künstlerin Lucineh Hovanissian ein Konzert mit traditioneller armenischer Musik. Unter dem Titel "Schmuck im interkulturellen Dialog" stellt der israelische Designer, David Ben Zion, Schmuck, der auf traditionelle Weise aus Silberdraht hergestellt ist, im Upstalsboom Hotelresidenz & SPA aus. Dort präsentieren darüber hinaus die Mecklenburger Künstlerinnen Jule U. Müller und Claudia Brehpol Schmuckstücke aus dem Nordosten Deutschlands. Während der "Theatralen Führung mit Realympanica", die jeweils nur für eine Person konzipiert ist, begeben sich die Zuhörer per Kopfhörer in die Gedankenwelten dreier Künstlerinnen aus Portugal, Rumänien und Deutschland, die in einem Schauspiel ihre unterschiedlichen Eindrücke von Kühlungsborn schildern. Zu erleben ist die halbstündige Performance jeweils von 14.00 Uhr bis 19.00 Uhr im Hotel Westfalia in Kühlungsborn.

Unterkunft und Verpflegung für die Künstler werden von den gastgebenden Häusern wie dem Gut Klein Nienhagen oder dem Hotel Polar-Stern in Kühlungsborn übernommen. Unterstützt wird das Projekt darüber hinaus von weiteren touristischen Unternehmern sowie Vereinen wie z. B. dem Roten Pavillon oder der Kunstmühle Schwaan. Ziel der Initiative ist es, die Region in der Nebensaison kulturell zu beleben und den teilnehmenden Künstlern Anregungen aus dem Nordosten zu geben. Weitere Informationen gibt es beim Kulturverein "Mecklenburg Inspiriert" unter der Rufnummer 038293 439552

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Deutschland Reise: Der Zinn-Meister vom Ammersee: Kugeln mit perfekten Kurven

Gunnar Schweizer gießt den filigranen Weihnachtsschmuck als weltweit letzter mit der Hand.
Im Dezember, wenn die Adventsmärkte aufs Fest einstimmen, hat er Hochsaison

Erst die perfekten Rundungen machen echte Schönheit aus. Denn die bis zu 20 frisch gegossenen, filigranen Teile einer Weihnachtskugel in spe müssen einzeln gebogen und zusammengelötet werden. „Nur wenn die Legierung des Zinns stimmt, klappt das. Ansonsten brechen die Teile auseinander“, sagt Gunnar Schweizer, der mit der Zinngießerei Babette Schweizer in Dießen am Ammersee die wohl weltweit letzte ihrer Art betreibt – und in der während der Adventszeit wieder Hochbetrieb herrscht. Seine von Hand gegossenen Christbaumkugeln zählen zur Königs-Disziplin des Handwerks. Die seiner Vorfahren zierten sogar schon die Weihnachtsbäume des bayerischen Adels. Und das ist ausschließlich dem Geschäftssinn seiner Ahnen zu verdanken, die vor über 150 Jahren die zinnernen Zeichen der Zeit erkannten.

„Anfang des 20. Jahrhunderts verbrachten die Erzieher der königlichen Prinzen ihre Sommerfrische gerne am Ammersee und freundeten sich mit meinen Vorfahren an“, erzählt Gunnar Schweizer aus der von Generation zu Generation überlieferten Firmen- und Familiengeschichte seiner Gießerei, die 1796 gegründet wurde und die sich seit 1798 in dem historischen Haus an der Dießener Herrenstraße befindet. Der Brauch, an Weihnachten Tannenbäume aufzustellen und diese mit Kugeln zu schmücken, hielt zu jener Zeit von Norden her zaghaft Einzug in die höfische Gesellschaft und brachte die Schweizers auf eine Idee: Christbaum-Kugeln aus Zinn mussten her. „Formen waren genug vorhanden, weil wir ja schon welche als filigrane Halbkugeln für Hausaltäre und auch  als Theaterschmuck gossen“, sagt Schweizer. Gesagt, getan. Und so gingen 1850 die ersten Zinn-Kugeln in manuelle Produktion, die dann gleich einen herrschaftlichen Baum krönten und noch heute zu den Bestsellern der Schweizers zählen.

Ob Brasilien, Japan oder die USA – die runde Rarität ziert die Weihnachtsbäume auf der ganzen Welt. Schon oft wurde versucht, das Meisterstück, das bis zu 150 Euro pro Stück kostet, maschinell zu kopieren. Vergeblich. „Die Qualität unserer Kugeln lässt sich nur durch Handarbeit erreichen“, weiß Schweizer. Je nachdem wie filigran das Stück werden soll, wählt er die Konsistenz des Zinns. „Dabei verlasse ich mich auf mein Gefühl und natürlich Erfahrung“, verrät der Zinn-Meister, der in seiner kleinen Werkstatt über 1000 Formen hortet. Viele davon sind uralt oder stammen von seiner Tante, die Bildhauerin war und zahlreiche Vorlagen schuf, deren Zinn-Varianten die Vitrinen der Verkaufsräume füllen.

Weil die Schweizers ihre Familiengeschichte in Ehre halten, ist in dem großen Haus noch vieles wie im 18. Jahrhundert, als Urgroßmutter Babette den Betrieb leitete, der seitdem ihren Namen trägt. Die Türen, der Boden, die Treppe - „alles noch original“, sagt Schweizer. Besucher schätzen besonders die heimelige Atmosphäre im Café, das an die Ausstellungs- und Verkaufsräume grenzt.

Die schönsten Adventsmärkte
Der Dießener Weihnachtsmarkt lädt am 3. und 4. Dezember im Angesicht des imposanten Marienmünsters zum stimmungsvollen Streifzug von Stand zu Stand. Nur Kerzen und Feuerstellen illuminieren den Markt, auf dem rund 50 heimische Künstler und Kunsthandwerker allerhand Selbstgemachtes anbieten. Besucher erwartet eine bunte Mischung aus professioneller Handwerkskunst und liebevoll gebastelten Geschenkideen, einfachen und hochwertigen Materialien. Das alles in einer einzigartigen Atmosphäre ohne elektrisches Licht.

Nur auf das Wesentliche konzentriert man sich in der Vorweihnachtszeit auch auf dem Heiligen Berg in Andechs, wo am zweiten Adventswochenende eine ganz besondere Attraktion wartet: Auf dem kleinen, gemütlichen Christkindlmarkt am Kloster scharen sich die Besucher um eine lebende Krippe. Vor allem die Kinder staunen über die alttestamentarische Szenerie mit echten Tieren und einheimischen Laiendarstellern.

Weitere Infos:
Tourismusverband Starnberger Fünf-Seen-Land, Wittelsbacherstraße 2c, 82319 Starnberg

Dienstag, 27. September 2011

Alles Käse im Freilichtmuseum: Genießer-Markt rund um die Dorenburg

Das Niederrheinische Freilichtmuseum wird für ein Wochenende zur Genießer-Hochburg. Am Samstag, 1., und Sonntag, 2. Oktober, öffnet das Museum in Gefrath seine Tore von 10 bis 18 Uhr für Freunde des guten Geschmacks. Die Besucher können ausgefallene und erlesene Käsesorten von Kuh, Schaf und Ziege probieren und erwerben.
Damit nicht nur Käseliebhaber auf den Geschmack kommen, gibt es ein reichhaltiges Angebot von der traditionellen Grillwurst bis hin zu frischen Champignons, Crêpes, kalten und warmen Getränken. Neben heimischen Produkten werden internationale Spezialitäten und Hausgemachtes wie Marmelade, Pesto, Honig und vieles mehr angeboten. "Betreiber von 25 Ständen haben ihr Kommen zugesagt”, sagt Museumsleiterin Anke Wielebski. Vom Eingang am Hof Hagen bis in den Innenhof der Dorenburg und vorbei an der Wiese des Spielzeugmuseums bis zur Hofanlage Rasseln findet das bunte Treiben statt.
Dieter Schommer vom Tante-Emma-Laden des Museums holt am Sonntag seine Schürze raus und backt frisches Brot im Steinofen. Er wird unterstützt vom Museumsverein, dessen Mitglieder Zwiebelkuchen, Federweißen und Wein verkaufen. Der Tante-Emma-Laden ist am Samstag und Sonntag geöffnet und bietet Leckereien wie Flöns und Röggelchen an.
Das Spielzeugmuseum ist allerdings geschlossen, der Umbau läuft auf Hochtouren. "Ab dem 4. März geht es dort weiter", sagt Anke Wielebski.

Montag, 26. September 2011

Urlaub in Deutschland mit Kranichbeobachtung

Bis zu 80.000 Tiere erwartet/Viele Tourenangebote und Veranstaltungen rund um die "Vögel des Glücks"
Mecklenburg-Vorpommern begrüßt die Kraniche: Zu Tausenden rasten die so genannten "Vögel des Glücks" bis Anfang November in den Flachwassergebieten zwischen Bodden und Seenplatte. Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft werden zum Höhepunkt der Herbstrast Anfang Oktober zwischen 50.000 und 70.000 Kraniche erwartet, im Müritz-Nationalpark rechnet man mit der Ankunft von ungefähr 11.000 Zugvögeln. Das einzigartige Naturschauspiel der Kranichrast und den Flug der Kraniche zu den Nahrungsflächen im Morgengrauen und zurück zu den Schlafplätzen in der abendlichen Dämmerung können Urlauber und Einheimische auf zahlreichen Exkursionen und Ausflügen erleben.
Das Kranich-Informationszentrum in Groß Mohrdorf bei Stralsund vermeldet bereits zu Beginn der Kranich-Saison einen großen Zustrom der Tiere: Insgesamt erreichten bis Mitte September rund 25.000 Kraniche die Rastplätze in der so genannten "Rügen-Bock-Region" im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Die Gegend, zu der unter anderem die Inseln Bock und Hiddensee sowie Teile der Ostseeinsel Rügen und Zingst gehören, gilt als eines der wichtigsten Rastgebiete der Kraniche in Mitteleuropa. Allein am Hauptschlafplatz der Kraniche vor der Insel Großer Werder zählten Mitarbeiter des Kranich-Informationszentrums am 18. September rund 14.000 Vögel. "Damit hat sich die Zahl der Kraniche, die zu diesem Zeitpunkt am wichtigsten Schlafplatz im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft angekommen sind, im Vergleich zum Durchschnitt der Vorjahre mehr als verdoppelt", sagt Dr. Günter Nowald, Leiter des Kranich-Informationszentrums. Er erkläre sich die zu diesem frühen Zeitpunkt außergewöhnlich hohe Zahl der rastenden Kraniche am Schlafplatz Großer Werder mit der ruhigen Thermik und dem schönen Herbstwetter, das für die aus Skandinavien kommenden Vögel wie ein Aufbruchssignal gewirkt haben könnte.
In kleineren Scharen, aber als Naturspektakel nicht weniger eindrucksvoll, haben sich außerdem bisher rund 2.500 Kraniche im Müritz-Nationalpark in der Region rund um den Rederangsee versammelt. Bedingt durch die Niederschläge der letzten Wochen haben die Vögel ihre Schlafplätze auf eine dem Rederangsee vorgelagerte Wiese verlegt, die sich durch das anhaltende Hochwasser in ein Flachwasser verwandelt hat, in dem die Vögel nachts stehend schlafen.
Auf ihrem Weg in die Überwinterungsgebiete im Süden legen die Kraniche mehrere tausend Kilometer zurück und schöpfen in den Nationalpark-Gebieten Mecklenburg-Vorpommerns Kraft für den Weiterflug. Mit einem herbstlichen Konzert trompetentonartiger Rufe kündigen sie ihre Ankunft in MV an. Auch die charakteristische, keilförmige Flugformation der Kraniche wird in den nächsten Wochen häufig am Himmel über den Rastgebieten zu sehen sein, wenn die Zugvögel gegen Abend die Futtersuche auf den abgeernteten Feldern der Region beenden und zu ihren Schlafplätzen in den flachen Gewässern der Boddenregion und der Seenplatte zurückfliegen. Urlauber und Einheimische, die das eindrucksvolle Naturschauspiel des Kranichfluges in den frühen Morgenstunden beziehungsweise in der Dämmerung aus nächster Nähe erleben möchten, haben dazu vielerorts Gelegenheit. Dr. Nowald empfielt vor dem Aufbruch zur Kranich-Beobachtung einen Besuch der Ausstellung des Informationszentrums in Groß Mohrdorf, die jährlich rund 15.000 Gäste zählt. Interessierte erhalten dort unter anderem aktuelle Informationen zum Kranichbestand an den Rast- und Schlafplätzen der Region sowie Empfehlungen zur Lage der besten Beobachtungsplätzen. "Kraniche sind sehr scheue Vögel, die im Schlaf und bei der Rast nicht gestört werden dürfen", so der Kranich-Experte. Daher sei es wichtig, bestimmte Verhaltensregeln zu befolgen: Besucher sollten ausreichend Abstand zu den Kranichen auf den Nahrungsplätzen halten und auf hektische Bewegungen, Blitzlicht und auffällige Kleidung verzichten.
"Beobachten - ohne zu stören" im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft
In verschiedenen Beobachtungseinrichtungen, beispielsweise bei Tankow auf der Insel Ummanz, bei Bisdorf oder bei Hohendorf an der südlichen Boddenküste, können Naturliebhaber vor Sonnenaufgang beziehungsweise -untergang und an einigen Standorten auch tagsüber rastende oder überfliegende Kraniche beobachten. Die Region um den Kranich-Rastplatz Pramort im östlichen Teil der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst kann zum Schutz der Tiere bis Anfang November nur mit einer Nationalpark-Card betreten werden, die in der Nationalpark-Informationseinrichtung Sundische Wiese verkauft wird, und mit der Interessierte am Tag des Erwerbs vom 15.00 bis 19.00 Uhr Scharen von Kranichen beobachten können.
Gäste des Ostseeheilbades Zingst können zu verschiedenen Ausflügen ins Reich der Kraniche im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft aufbrechen. Die Kurverwaltung Zingst lädt zu einer sechsstündigen Exkursion "Erlebnis Kranich" ein, die noch bis zum 30. Oktober immer dienstags, donnerstags und freitags am Kurhaus in Zingst startet. Der Ausflug, der eine Kutschfahrt und eine Wanderung zur Hohen Düne Pramort sowie die Nationalpark-Card und einen Picknickbeutel beinhaltet, kostet 31 Euro für Erwachsene beziehungsweise 22 Euro für Kinder bis zwölf Jahre und muss spätestens am Vortag der Tour gebucht werden. Außerdem werden eine Radwanderung mit dem Titel "Zingst entdecken - Kraniche erleben" und eine Ortsführung "Zingst und die Kraniche" angeboten.
Zu den Rastplätzen im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft können Gäste außerdem mit den Fahrgastschiffen der Reederei Zingst und der Reederei Hiddensee aufbrechen, deren vierstündige Beobachtungstouren ab Schaprode, Zingst oder Stralsund von einem Experten des Kranich-Informationszentrums Groß Mohrdorf begleitet werden.

Mit dem Kranich-Ticket auf Beobachtungstour im Müritz-Nationalpark
Der Nationalpark-Service Müritz in Federow bietet noch bis Ende Oktober das neu aufgelegte Kranich-Ticket an, mit dem Naturfreunde täglich in den frühen Abendstunden an einer geführten Wanderung zu den Schlafplätzen der Kraniche rund um den Rederangsee teilnehmen können. Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren zahlen 7,50 Euro, jüngere Besucher sind kostenlos mit dabei. Im Ticketpreis ist die Fahrt mit dem Kranichbus inbegriffen, der die Teilnehmer von der Steinmole in Waren (Müritz) zum Startpunkt der Führung an der Nationalpark-Information in Federow oder Schwarzenhof und zurück bringt.
Kraniche von der Seeseite aus beobachten können Urlauber und Einheimische beispielsweise mit den Schiffen der Müritzer Flotte. Die Reederei startet bis Ende Oktober jeweils mittwochs und samstags zu einer dreistündigen "Kranichtour" ab der Steinmole in Waren (Müritz) zu den Schlaf- und Rastplätzen auf der Halbinsel "Großer Schwerin". Die Abfahrtszeit richtet sich nach der Dämmerung.

"13. Woche des Kranichs 2011" im Kranich-Informationszentrum Groß Mohrdorf
Die Möglichkeit, sich über die "Vögel des Glücks" zu informieren, bietet sich außerdem während der "13. Woche des Kranichs" vom 25. September bis zum 2. Oktober 2011. Im Rahmen eines abwechslungsreichen Programms können sich Besucher beispielsweise einer der morgendlichen oder abendlichen Exkursionen zur Beobachtungsplattform Bisdorf anschließen oder am "15. European BirdWatch Day" am 1. Oktober mit einem Mitarbeiter des Kranich-Informationszentrums den Bestand der Kraniche vor Ort erfassen.
Am 29. September 2011 um 19.00 Uhr präsentiert der Naturfotograf Dr. Christoph Franz Robiller bei einem Vortrag mit dem Titel "Wandervögel - Das Jahr der Kraniche" im Deutschen Meeresmuseum in Stralsund eindrucksvolle Aufnahmen, die während seiner Reisen entlang der westeuropäischen Zugroute der Kraniche entstanden sind.

Samstag, 24. September 2011

Deutschandreise in der Rheinregion

RegioGipfel Rheinland stellt Weichen für Zusammenarbeit in der Region
Der 1. RegioGipfel Rheinland auf der MS RheinFantasie hat heute den Startschuss für einen gemeinsamen Prozess zur Stärkung der Region und Entwicklung einer Marke für die Region Rheinland gegeben. Auf ihrer dreistündigen Fahrt auf dem Rhein von Köln nach Düsseldorf haben sich mehr als 90 Teilnehmer der kommunalen Familie darauf geeinigt, die bestehende breite Basis zu einer intensiven gemeinsamen Zusammenarbeit auszubauen.

Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers: "Wir können jeder alles alleine,aber zusammen können wir alles besser." Das sieht auch der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters so: "Wir sind eine der stärksten Wirtschaftsregionen in Europa. Wenn wir gemeinschaftlich auftreten, führt kein Weg an uns vorbei."

Auch erste Handlungsschwerpunkte für die Metropolregion Rheinland wurden festgelegt. Für die Themen "Verkehr" und "Kultur" wurden Konsenspapiere entwickelt, die in Fachrunden weiterbearbeitet werden sollen.

Für das wichtige Handlungsfeld "Verkehr" einigten sich die Beteiligten auf eine Vernetzung der Verkehrsmanagementsysteme, die Sicherstellung ausreichender Kapazitäten im Schienenpersonennah- und Fernverkehr, Maßnahmen zur Vermeidung von Engpässe im Fernstraßennetz sowie die Verlagerung des Güterverkehrs auf Schiene und Wasserwege. Ziel ist die weitere Stärkung des Umweltverbunds.

Im Bereich Kultur besteht Konsens darüber, dass viele bereits laufende Kooperationen ausgeweitet werden sollen. Etwa das gemeinsame "Ticketing": dabei handelt es sich um ein vernetztes System für zeitlich begrenzte Eintrittskarten, die für kooperierenden Museen gelten. Auch der "Rheinische Sommer" soll weiter ausgebaut werden. Unter dieser Dachmarke werden 2012 erstmals verschiedenen Sommerfestivals zusammengefasst.

Gleiches gilt für das Theaternetzwerk "westoff": ein Austausch von Theaterproduktionen zwischen Köln, Bonn und Düsseldorf. Zudem sollen generelle Marketingaktivitäten für die Region Rheinland entwickelt werden. Vorgesehen ist unter anderem als erste Maßnahme eine Internet-Plattform für die Kulturangebote im Rheinland.

Nach Überzeugung aller Akteure ist die gemeinsame Identitätsfindung und ein gemeinsames Auftreten auch gegenüber Land und Bund notwendig, um auch nach außen hin als starke Region wahrgenommen zu werden. Dies ist besonders wichtig für das Generieren von Fördergeldern, die Darstellung im Landesentwicklungsplan und für einen starken Auftritt hinsichtlich des Bundesverkehrswegeplans, der 2015 fortgeschrieben wird. Dazu
Thomas Hendele, Landrat des Kreises Mettmann und Vorsitzender der Rheinischen Landräte-Konferenz:

"Wenn sich das ganze Rheinland einig ist, dann steht dahinter eine ganz
andere politische Gestaltungskraft." Vereinbart wurde ein gemeinsamer Prozess für eine Logoentwicklung, an dessen Ende eine eigene Wort- und Bildmarke für die Region stehen soll. Dazu soll ein Wettbewerb unter den Hochschulen der Region initiiert werden.

Werner Stump, Landrat des Rhein-Erft-Kreises und Vorsitzender des Region Köln/Bonn e. V.: "Große Teile im Land metropolisieren sich. Diesen Weg müssen wir auch gehen. Wir bauen zusammen ein rheinisches Haus und unter diesem rheinischen Dach hat jeder seine eigene Wohnung. "

Für das kommende Jahr ist der nächste RegioGipfel Rheinland geplant. Bis dahin werden die Fachkreise weitere Schritte und konkrete Vorschläge erarbeiten. Beschlossen wurde die Ausdehnung der Zusammenarbeit auch auf weitere Themenfelder